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News & Comments

19. Dezember 2011: KTI Massnahme Frankenstärke - Ernüchternde Ergebnisse und viel Frustration

Am 13. Oktober wurden zusätzliche Mittel von 100 Mio. CHF für die KTI im Rahmen der Massnahme Frankenstärke freigegeben. Erstmals nutzte die KTI dabei die Form einer eigentlichen Ausschreibung mit letztem Eingabetermin 15. Dezember 2011. Eine Besonderheit war die laufende Evaluation bereits in der Antragsphase nach dem Prinzip "first come - first served".
Gesamthaft wurden 1014 Anträge eingereicht mit einem beantragten Fördervolumen von 562 Mio. CHF eingereicht. Bis am 15. Dezember wurden 454 Anträge evaluiert, davon 204 mit einem Volumen von 99 Mio. CHF
bewilligt.
Die Erfolgschancen lagen damit bei lediglich 20%, bei der Finanzierung etwas tiefer bei 18%. Die KTI selbst nutzte für die parallele Evaluation die langjährige KTI-Erfolgsrate von ca. 50%. Bereits in der zweiten Novemberhälfte war damit absehbar, dass die verfügbaren Mittel bereits ausgeschöpft waren. Nichtsdestotrotz ging der Zustrom der Anträge auch nach dem 25. November 2011 explosionsartig weiter, obwohl kaum noch Aussicht bestand, eine Finanzierung zu erhalten.     
 
Kommentare:
  • Erfolgsraten um die 20% sind bei den internationalen F+E-Förderprogrammen längst Realität. Das hypothetische Ansetzen einer Rate von 50% bei der Evaluation ist daher mit der Besonderheit der Ausschreibung zur Verpflichtung der Mittel bis Ende 2011 zu sehen.
  • Noch nicht absehbar ist, wie die Forschungsinstitutionen den Zusatzkredit Frankenstärke von 100 Mio. CHF abarbeiten werden. Schon bei den normalen KTI-Projekten sind Verzögerungen von mehreren Monaten bei Projektbeginn und Projektabschluss die Regel.   
  • Über 50% aller Anträge sind nicht evaluiert worden und werden nun auf die normalen KTI-Verfahren in 2012 verwiesen, was einbeträchtlicher Teil der erfolglosen Antragsteller auch wahrnehmen dürfte. Anträge dafür müssen aber zwingend angepasst und neu eingereicht werden. Die "vergoldeten" Spezialkonditionen der Massnahme Frankenstärke können nicht mehr genutzt werden.
  • Frustrierend für viele Antragsteller ist, dass viele gute und in der Vorbereitung zeitaufwendige Anträge gar nicht in den Evaluationsprozess gekommen sind. Gewinner waren grösstenteils Schubladenprojekte, die unmittelbar nach der Ausschreibung eingereicht werden konnten (normale KTI-Projekte, die mit geringem Aufwand an die Spezialmassnahme Frankenstärke angepasst werden konnten). Komplett neue Anträge, speziell auch solche mit internationaler Dimension, dürften leider zu den Verlierern gehören.
    
13. Oktober 2011: KTI verdoppelt F+E-Fördermittel für das Jahr 2011

Der Bundesrat hat soeben 100 Millionen CHF für F+E innerhalb der KTI freigegeben und damit die KTI-Mittel für 2011 faktisch verdoppelt. Die Zusatzmittel sind eine Massnahme gegen die Frankenstärke und müssen bis Ende Jahr 2011 verpflichtet werden. Die Mittel fliessen wie üblich bei der KTI ausschliesslich an wissenschaftliche Organisationen. Firmen profitieren bei der KTI indirekt über die Kooperation mit Hochschulen, wobei bei Firmen neu auch die Kosten für unmittelbare Produktentwicklungen und Markteinführung angerechnet werden. Diese Kosten liegen in der Regel um den Faktor 10 über den eigentlichen F+E-Kosten. Für KMUs gibt es zusätzliche Anreize, insbesondere kann ein Teil der Eigenleistungen bei grosser Wechselkursabhängigkeit erlassen werden.
 
Nur wenige der aktuell 1‘647 öffentlichen Schweizer F+E-Institute nutzen bisher die KTI-Mittel und einige dürften angesichts der Zusatzmittel schnell an Kapazitätsgrenzen bei der Vorbereitung von KTI-Anträgen stossen. Firmen steht es frei mit Instituten in der ganzen Schweiz zu kooperieren und den/die qualifiziertesten Anbieter auszuwählen. Im Durchschnitt gibt es jeweils rund 7 öffentlichen Anbieter mit ähnlichen Kompetenzen auf die Firmen zurück greifen können (in einigen Bereichen sogar bis zu 30 Anbieter). Zur schnellen Lokalisierung möglicher F+E-Institute hilft die Zusammenstellung "Public Swiss R+D Institutes" vom April 2011, 7th edition -- Standard Produkte / Standard Products.
 
Kommentare: Noch im Juli 2011 klagte die KTI über fehlende gute Anträge um die damals verfügbaren Mittel von 100 Millionen CHF in 2011 auszuschöpfen. Mit der Aufstockung der Mittel und gelockerten Förderkriterien hofft man die Zusatzmittel schnell zu verpflichten. Nicht gerüttelt wird vorläufig im wichtigsten anwendungsorientierten Förderprogramm der Schweiz am forschungspolitischen Tabu "Direktfinanzierung von Firmen". Diese wird international zwar längst praktiziert und dies mit einem Finanzierungsgrad von bis zu 75%. Kleinere Schweizer Förderprogramme (BFE, BAFU) nutzen zwar die Direktfinanzierung für Firmen, dies aber äusserst zurückhaltend.
Die weitere Produktionsauslagerung können die KTI-Mittel leider nicht aufhalten, und in vielen Bereichen dürften auch die teilweise noch in der Schweiz verbliebenen F+E-Einheiten an die neuen Produktionsorte verschoben werden.
4. August 2011: EU-Ausschreibungen vom 20. Juli 2011

Am 20. Juli 2011 war es wieder einmal soweit. Die EU hat die F+E-Themen für 2012 in zahlreichen Arbeitsprogrammen ausgeschrieben. Wie bereits im Vorjahr waren dies an die 500 verschiedene F+E-Topics, für die in den nächsten 3 bis 6 Monaten Projektanträge eingereicht werden können. Für die Finanzierung der besten Anträge werden rund 10 Milliarden EURO an öffentlichen Fördermitteln bereitgestellt, wovon ca. 350 Millionen CHF allein auf die Schweizer Partner entfallen dürften. Bestellung der 500 aktuellen Topics unter Standard Produkte / Standard Products

Kommentare:
  • Durch die konzentrierte jährliche Ausschreibung ist es kaum mehr möglich bei Ablehnung eines Antrages auf  Folgeausschreibungen auszuweichen
  • Relevante Themen finden sich zusehends in verschiedenen Teilprogrammen des 7. F+E-Rahmenprogramms - pro Firma lassen sich oft 3-10 Themen lokalisieren
  • Aktuell sind ca. 50% aller Projekte Einzelförderungen, die ausschliesslich wissenschaftlichen Partnern offen stehen (vor 10 Jahres waren es noch ca. 33%). Der Rest wird an Projektkonsortien vergeben, mit durchschnittlich 5-10 Partnern pro Projekt
  • Trotz vollmundiger Versprechen und grosszügiger öffentlicher Finanzierung von bis zu 75% ist die KMU Förderung leider sehr beschränkt. Oft sind es Spin-offs von Universitäten und sehr spezialisierte wissenschaftsnahe Unternehmen die als Nutzniesser profitieren. Die Zurückhaltung gerade bei den Schweizer KMUs hat vielfältige Gründe: Keine Produktförderung möglich; Kritische Einstellung gegenüber staatlichen Förderinstrumenten (die im EU-Raum längst üblich sind); Ungewohnte administrative Prozeduren, etc.
  • Trotz gewaltiger Aufstockung der Fördermittel profitieren nur wenige Organisationen. Neben den wissenschaftlichen akademischen Organisationen beteiligen sich seit dem Jahr 2000 nur rund 1'000 Firmen, diese aber oft über mehrere Projekte. Im Vergleich zu den 350'000 Schweizer Firmen ein verschwindend kleiner Teil.
3. Mai 2011: Öffentliche und halbprivate F+E-Institute in der Schweiz -- Bestellung unter Standard Produkte / Standard Products

Bereits zum 7. Mal wurde im April 2011 die Gesamtheit die Schweizer F+E-Institute unmittelbar über der einzelnen F+E-Gruppe erhoben, dies mit zum Teil erstaunlichen Resultaten:
- 1'647 Schweizer F+E-Institute wurden erfasst, dies sind unglaubliche 9.5% mehr als noch 2010. Die Entwicklung der erfassten Institute nach Gruppen seit 2005 zeigt sich wie folgt:

2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
ETH Gruppe 387 367 345 336 272 166 168
Akademische Universitäten 708 669 637 639 632 548 495
Spitäler (Uni-) 138 120 81 59 52
Fachhochschulen 351 320 336 382 361 285 278
Pädagogische Hochschulen 24

Andere Institute 39
28
23 20 18 21
Total F+E-Institute 1'647
1'504
1'422 1'436 1'335 1'020 941

Erstmals wurden die Institute der Pädagogischen Schulen erfasst, ein Teil versteckt sich allerdings  hinter den Fachhochschulen und Akademischen Universitäten.
- Jedes 3. Institut hat aktuell Aktivitäten im Bereich Life Sciences. ICT, Umwelt und Management liegen weit zurück mit jeweils Anteilen von 16-19%.
- Institute mit gleichen oder ähnlichen F+E-Kompetenzen sind in der Schweiz der Regelfall. Für 95% aller Schweizer F+E-Institute finden sich im Durchschnitt sieben Doppelgänger, oft sogar bis zu deren 25. Aus regionalpolitischen und weniger aus wirtschaftlichen Gründen sind diese Überschneidungen zwar oft gewollt, enthalten aber ein gewaltiges Optimierungspotential.
- Erfolgreichere Institute sind kaum mehr regional tätig und suchen ihre Kooperationspartner auf nationaler oder gar auf internationaler Ebene,
- Nur 42% aller erfassten Institute haben F+E-Projekte direkt für oder mit KMUs.  
- Ein überwiegender Teil aller Institute finanziert sich weiterhin fast ausschliesslich über öffentliche Mittel und Förderprogramme (Nationalfonds, EU-Programme, KTI, Ressortmittel des Bundes, Stiftungen). F+E-Mandate der Wirtschaft sind zwar wichtig, stellen aber insgesamt einen sehr geringen Finanzierungsanteil.

Kommentare: Die enormen Doppelspurigkeiten bei den F+E-Instituten überraschen, speziell da die Schweiz ein sehr kleines Land ist und sich auch regionalpolitsch kaum rechtferigen lässt.
Die seit Jahren fast stetig steigenden Zahlen der öffentlichen F+E-Institute entwickeln sich praktisch losgelöst vom Wirtschaftswachstum und werden auch ausschliesslich über öffentliche Mittel finanziert. Die Vielzahl der Institute im Bereich Life Sciences ist dafür das beste Beispiel. Trotz dem hohen Stellenwert der KMUs in der Schweiz erstaunt, dass nur 42% der Institute Projekte mit KMUs aufweisen.
Januar 2011: Schweizer EU-Beteiligungen im 7. F+E-Rahmenprogramm der EU (2007-2013) - Zwischenbilanz

Bis Ende 2010 sind im 7. F+E-Rahmenprogramms der EU bereits 1'825 Schweizer Beteiligungen entstanden. Dies ist bereits das Beteiligungsniveau der zwei Vorläuferprogrammen No. 5 und 6. Aufgeführt sind lediglich echte Beteiligungen, d.h. solche die auch in der EU-Projektdatenbank CORDIS als Partner geführt werden und die auch von EU-Fördermitteln profitieren.

Einige aktuelle Trends:
  • Die Beteiligungen von Unternehmen liegen im 7. F+E-Rahmenprogramm lediglich noch bei 26% (nach 32% um den Jahrtausendwechsel). Die teilweise staatlich unterstützte CSEM AG ist mit über 40 Beteiligungen bei weitem der wichtigste Nutzer, gefolgt von IBM mit aktuell 20 Beteiligungen im 7. Rahmenprogramm 
  • Universitäten, ETH und F+E-Institute stellen 62% aller Beteiligungen. ETHZ und EPFL sind die wichtigsten und weitgehend gleichauf liegenden Nutzer und stellen zusammen mit den vier ETH Instituten allein 32% aller Schweizer Beteiligungen. Die Fachhochschulen stellen dagegen gerade einmal 3% aller Schweizer Beteiligungen.
  • Die Vollbeteiligung der Schweiz ab 1.4.2010 hat nur eine geringe Zunahme der EU-Beteiligungen gebracht. Dass die Schweizer Beteiligungen trotzdem gestiegen sind, hängt damit zusammen, dass die Mittel der verschiedenen EU-Rahmenprogramme stetig erhöht wurden. 
  • Die Anzahl der Nutzer seit 1992 ist mit 1‘120 Organisationen relativ gering, dies im Vergleich zur Gesamtzahl der Schweizer Unternehmen. Mehrfachbeteiligungen auch von Spin-offs sind die Regel.
  • Die regionale Nutzung lässt sich über die Produktivität (im Vergleich zur Bevölkerung) erfassen: 
  • Die Westschweiz stellt rund 40% aller Beteiligungen. Dies im Vergleich zum Bevölkerungsanteil von 25%.
  • Sehr gute Beteiligungszahlen / Produktivität über 170% weisen die wissenschaftlichen Zentren / Kantone Zürich, Lausanne, Genf, Basel Stadt und Neuchâtel aus.
  • Zahlreiche Kantone weisen dagegen eine weit unterproportionale Beteiligung aus. Schlusslichter mit einer tiefen F+E-Produktivität um die 20% sind seit vielen Jahren die gesamte Ostschweiz und auch die Zentralschweiz. Schnelle Verbesserungen zu erreichen, dürften sich in diesen Regionen als ausgesprochen schwierig erweisen.

Die komplette und aktuallisierte Referenzliste der Schweizer Beteiligungen inklusive kantonalen und regionalen Auswertungen kann bezogen werden unter Standard Produkte / Standard Products
Dezember 2010: Sensationelle Direktfinanzierung für zwei internationale BBT Initiativen
Nach der Ausgliederung der nationalen KTI aus dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) verbleiben die internationalen F+E-Aktivitäten beim BBT. Bei den zwei kleinen EU-Initiativen
  • AAL Ambient Assisted Living -- Verbesserung der Lebensverhältnisse von älteren Personen mittels ICT Technologien
  • EUROSTARS -- Teil der EUREKA Initiative, die sich spezifisch an KMUs/Spin-offs richtet  mit einem F+E-Anteil > 10% des Umsatzes
kommt mit der kürzlich erreichten Schweizer Vollbeteiligung auch ein Direktfinanzierungsmodell für Unternehmen und teilweise auch für Anwender zum Tragen.  KMUs werden damit erstmals beim BBT bis zu 50% direkt finanziert, wobei die Mittel vom BBT sowie aus dem 7. EU-Rahmenprogramm stammen. Gleiches gilt auch für Grossfirmen, dort allerdings mit einem reduzierten Finanzierungssatz von maximal 25%. Verzichtet wird neu auch auf die erzwungene zusätzliche Zusammenarbeit gemäss KTI-Kriterien von Schweizer Wirtschaft und Schweizer Wissenschaft in diesen zwei Initiativen.

Kommentare: Das KTI-Modell mit der erzwungenen Zusammenarbeit Wirtschaft-Wissenschaft ist international gesehen ein exotisches Modell, speziell da in der Schweiz nur wissenschaftliche Projektpartner auch öffentlich finanziert werden. Beim BBT und auch Teilen der Schweizer Wirtschaft gilt das KTI-Modell aber als ordnungspolitisch klare (Schweizer) Lösung und wurde daher kaum je in Frage gestellt.
Die zwei Initiativen AAL und EUROSTARS sind zwar klein, der Schritt des BBT zum Direktfinanzierungsmodell auch für Schweizer Unternehmen aber umso grösser. Anzumerken ist freilich, dass einzelne Schweizer Firmen die sich direkt in den F+E-Rahmenprogrammen der EU engagierten bereits seit 1992 eine Direktfinanzierung nutzen. Federführend ist dort allerdings das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF).
Es bleibt abzuwarten, ob auch bei den anderen internationalen Programmen (EUREKA, IMS) eine Umstellung erfolgt. Es wäre im Sinne der Gleichbehandlung von Wirtschaft und Wissenschaft zu wünschen.
20. Oktober 2010: Leitfaden 2011 - Überblick und Tipps zu den Förderprogrammen Forschung, Entwicklung Innovation, 8. Ausgabe erschienen
Wie jedes Jahr wurde der neue Leitfaden mit den öffentlichen nationalen und privaten Förderprogrammen in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation aufdatiert und kann ab sofort bezogen werden. Bestellung unter Standard Produkte / Standard Products.

Wichtigste Veränderungen umfassen:
- Ausgliederung der KTI/CTI aus der Verwaltung, wobei die internationalen Programme beim BBT verbleiben. Massiv gesunkene Erfolgsraten auch bei der KTI in 2010.
- Aufnahme von 70 sogenannten EU-Koordinationsinitiativen, allesamt mit eigenen unabhängigen und teilweise sehr grossen Ausschreibungen.
- Volle Beteiligung der Schweiz am EU-Bildungsprogramm "Lebenslanges Lernen LLL" von 2011-2013. Dies nach über 15jähriger Diskussion und einem zumindest politisch ungeliebten Drittlandstatus.
- Gesamthaft sind nun rund 180 Teilprogramme (ohne die Stiftungen und die zahlreichen internen Programme and Universitäten und Hochschulen) im Leitfaden enthalten.

Kommentar: Die Zahl der F+E-Förderinitiativen, speziell auf internationaler Ebene, wächst rasant. Auffällig ist die Komplexität, gegenseitige Abhängigkeit und Kurzfristigkeit all dieser neuen Initiativen, die zum grossen Teil über EU- und nationale Mittel mitfinanziert werden müssen. Gerade die traditionelle Schweizer Wirtschaft, die prioritär Produktentwicklung betreibt, tut sich zusehends schwer sich in diesem komplexen internationalen F+E-Umfeld noch zurecht zu finden und überlässt dieses Feld weitgehend der Wissenschaft. 
28. September 2009: Regionale Beteiligungsanalyse EU-Projekte (siehe Grafik)
Die Schweizer Beteiligungen in den EU-Rahmenprogrammen lassen sich nach Regionen und Kantonen aufschlüsseln und damit können (EU-Beteiligungs-)Produktivitäten nach Regionen abgeleitet werden. Notwendig ist dazu eine Vergleichsgrösse, in diesem Fall wurden die Bevölkerungszahlen gewählt.
Eine Produktivität über 100% zeigt, dass eine Region mehr Projekte akquiriert hat als der Durchschnitt, eine Produktivität unter 100% bedeutet ein schlechteres Abschneiden. In folgender Grafik sind die Produktivitäten über 3. Rahmenprogramme (FWP) nach Regionen abgebildet. Die Zahlen für das 7. Rahmenprogramm sind provisorisch, da nach wie vor neue Projekte dazukommen. Abweichungen im Produktivitätslevel dürften allerdings nach zwei Jahren gering ausfallen.
Offensichtlich sind die riesigen Unterschiede zwischen den Regionen, da die hohen ETH-Beteiligungen dem Kanton Zürich (ETHZ, EMPA) und dem Kanton Waadt (EPFL) zufallen. Die Regionen Zentralschweiz und Ostschweiz schneiden seit Jahren schlecht ab, da die regionalen Universitäten und Fachhochschulen kaum signifikante Beteiligungen generieren. Auch bei der Analyse der privatwirtschaftlichen Beteiligungen von Unternehmen ergibt sich ein ähnliches, wenn auch nicht ein so ausgeprägtes Bild.

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Kommentare: Lediglich 5-6 der 26 Schweizer Kantone profitieren von EU-Beteiligungen, d.h. haben eine überproportionale Produktivität. Von den rund 300 Mio. CHF, welche pro Jahr für EU-Beteiligungen ausgegeben werden, profitieren folglich nur wenige. Dazu gehören vor allem die bundeseigenen Betriebe und einige akademische Universitäten. Leider kann auch gezeigt werden, dass diese Organisationen kaum zusätzliche Beteiligungen aus der Wirtschaft generieren. Ausnahme sind die wissenschaftlichen Spin-offs im Umfeld der Universitäten.